Kategorie „Politik/Soziales/Kultur in Niedersachsen“ - Fernsehen

Der Niedersächsische Medienpreis 2013 geht in der Kategorie „Politik/Soziales/Kultur in Niedersachsen“ an Larissa Mass und Suana Meckeler für ihren Beitrag „Angelman-Syndrom“, ausgestrahlt bei RTL Nord.

Begründung der Jury:
Wir lernen ein kleines, fröhliches Mädchen kennen: Rike, 7 Jahre alt. Sie lacht oft und gern. Aber sie kann nicht sprechen. Sie bewegt sich ein wenig hölzern. Ihre Gefühle schwanken stark. Ihre Kräfte kann sie nicht immer richtig einschätzen. Rike leidet am sogenannten „Angelman-Syndrom“. Die Ursache ist eine Genmutation. Ein kleiner Teil eines Chromosoms fehlt. Nur vierzig bis fünfzig Kinder werden pro Jahr mit diesem Gendefekt geboren.

Die beiden Autorinnen dieses Beitrages machen die Zuschauer mit einer sehr seltenen Behinderung bekannt. Doch dies ist nicht ihr Hauptverdienst. Die Aufklärung über diese Krankheit geschieht wohltuend sachlich, mit einem genauen und guten Blick - und vor allem einfühlsam. Es gelingt ihnen, Nähe zu schaffen, ohne sich oberflächlich anzubiedern. Sie zeichnen den Weg der Eltern nach, die sich mit dem Gendefekt und seinen Folgen erst vertraut machen mussten. Eine Lehrerin, eine Therapeutin und ein Kinderneurologe runden das Bild ab - mit ebenso klaren wie verständnisvollen Erläuterungen. All diese Äußerungen bringen den Zuschauern Rike sehr nahe - als ein liebenswertes Mädchen, das seine Umwelt sehr wach wahrnimmt und sich mit Gesten seine Wege sucht.

Der Beitrag entgeht jeder Dramatisierung. Er besticht durch einen selbstverständlichen, durchweg positiven Tenor. Die Lehrerin schildert Rike als "einen Sonnenschein für die Klasse". Den Eltern beschert Rike - trotz allen Aufwands - "pure Lebensfreude". Die Autorinnen  machen mit diesem Beitrag Mut, ohne über die Schwierigkeiten hinwegzusehen. Sie zeigen sich problem-bewusst - und nicht problem-beladen. Kurz: Die Jury war sich schnell einig: Diesem gelungenen Beitrag gebührt ein 1.Preis.