Neue digitale Hörfunkverfahren
Digitalradio
Seit dem 1. August 2011 werden mit dem digitalen Übertragungsverfahren DAB+ 10 private und 3 öffentlich-rechtliche Programme des Deutschlandradios über den Kanal 5C (VHF-Bereich) bundesweit verbreitet. Für Niedersachsen werden diese Programme vom Sendestandort Hannover Telemax ausgesendet. Darüber hinaus verbreitet der Norddeutsche Rundfunk von den Sendestandorten Hannover Telemax (Kanal 6D), Visselhövede (Kanal 6A) und Steinkimmen (Kanal 12A) seit dem 22. November 2011 Programme im Standard DAB+.
DRM – die Digitalisierung der Lang,- Mittel- und Kurzwelle
DRM (Digital Radio Mondiale) ist ein Zusammenschluss von Organisationen aus den Bereichen Rundfunk, Industrie und Verbände aus insgesamt 34 Staaten, der einen internationalen Standard zur Verbreitung von digitalen Rundfunksendungen im AM-Frequenzbereich bis 30 MHz entwickelt hat. Mit dem genutzten Mehrträgerverfahren (COFDM) und der Audio-Codierung MPEG 4-AAC+ SBR lassen sich in einem 9 kHz breiten Rundfunkkanal bis zu 22 kbit/s Datenrate - entsprechend einer UKW-Rundfunk ähnlichen Qualität - störungsfrei übertragen.
DRM+
Nach dem Beschluss des DRM-Konsortiums, das System DRM auch im VHF-Bereich (Band I und Band II / UKW-Bereich) zu nutzen, werden entsprechende Versuche derzeit international durchgeführt. DRM+ wurde 2009 von der ETSI standardisiert und kann, bedingt durch die relativ geringe Kanalbandbreite von 100 kHz, zur Digitalisierung des UKW-Bereichs genutzt werden. Das schmalbandige System DRM+ zur Übertragung von max. 4 Programmen in einem Multiplex ist daher auch für lokale und regionale Hörfunkverbreitung geeignet. Im Rahmen eines Modellversuchs DRM+ in Hannover wurde weltweit der erste DRM+ Sender von der Leibniz-Universität Hannover entwickelt und erprobt. Um DRM+ neben DAB+ im VHF-Band III auszustrahlen, wird derzeitig im Standard (ETSi) die obere Frequenzbereichsgrenze auf 230 MHz erweitert.


