Neue digitale Hörfunkverfahren
Digital Radio (DAB)
In Niedersachsen ist seit dem 01.06.2000 ein digitales Sendernetz in Betrieb. In über 80% der Fläche Niedersachsens können mobil auf dem Kanal 12 A sechs Hörfunkprogramme - NDR 1, NDR 2, NDR Musik, NDR Info, Deutschlandfunk und Deutschlandradio - sowie ein Traffic Channel empfangen werden.
Da heute wesentlich mehr Frequenzen zur Verbreitung von Digitalradio zur Verfügung stehen und das moderne Kodierverfahren MPEG 4 HE AAC V2 nutzbar ist, können zukünftig noch mehr Programme in digitaler Qualität übertragen werden. Für das Jahr 2010 ist ein digitaler Neustart im Hörfunk mit DAB+ geplant . DAB+ ermöglicht die Übertragung von ca. 12 bis 16 Hörfunkprogrammen sowie Zusatzdiensten (wie Video-Standbilder oder Texttafeln) in einem Mulitplex.
DRM – die Digitalisierung der Lang,- Mittel- und Kurzwelle
DRM (Digital Radio Mondiale) ist ein Zusammenschluss vieler Organisationen aus insgesamt 34 Staaten aus den Bereichen Rundfunk, Industrie und Verbände sowie Programmanbieter und Netzbetreiber, der einen internationalen Standard zur Verbreitung von digitalen Rundfunksendungen im AM-Frequenzbereich bis 30 MHz entwickelt hat. Mit dem genutzten Mehrträgerverfahren (COFDM) und der Audio-Codierung MPEG 4-AAC+ SBR lassen sich in einem 9 kHz breiten Rundfunkkanal bis zu 22 kbit/s Datenrate - entsprechend einer UKW-Rundfunk ähnlichen Qualität - störungsfrei übertragen.
DRM+
Nach dem Beschluss des DRM-Konsortiums, das System DRM auch im VHF-Bereich (Band I und Band II / UKW-Bereich) zu nutzen, werden entsprechende Versuche derzeit international durchgeführt. DRM+ wurde 2009 von der ETSI standardisiert und kann, bedingt durch die relativ geringe Kanalbandbreite von 100 kHz, zur Digitalisierung des UKW-Bereichs genutzt werden. Das schmalbandige System DRM+ zur Übertragung von max. 4 Programmen in einem Multiplex ist daher auch für lokale und regionale Hörfunkverbreitung geeignet. Im Rahmen eines Modellversuchs DRM+ in Hannover wurde weltweit der erste DRM+ Sender von der Leibniz-Universität Hannover entwickelt und erprobt.

