Kategorie Förderpreis "Schul-Internetradio"

Der Förderpreis „Schul-Internetradio“ wurde von der Jury geteilt.

Er ging zum einen an Schüler/innen der Carl-Friedrich-Gauß-Hauptschule in Zeven, vertreten durch Leila Hassoun und den Projektbetreuer Rolf Herklotz, für ihr Hörspiel „Als ich nach Deutschland kam“. Den zweiten 1. Preis erhiellten Schüler/innen einer 7. Klasse sowie eines 12. Jahrgangs des Gymnasiums Lohne für das Feature „Balladen“, das der Musiklehrer Peter Krebs mit ihnen entwickelt hatte.


Begründung der Jury für „Als ich nach Deutschland kam“:

Ihre Ankunft in Deutschland war ernüchternd. Sie trafen auf fremde Menschen, die ihnen kalt und argwöhnisch gegenüberstanden. Sie hörten eine neue Sprache, die sie nicht verstanden und sie hatten Heimweh nach der Heimat, nach ihren Freunden. In dem an ihrer Schule im Rahmen eines sozialpädagogischen Projektes entstandenen Hörspiels „Als ich nach Deutschland kam“ erzählen Schülerinnen und Schüler der Carl-Friedrich-Gauß-Hauptschule aus Zeven von ihren ersten Erlebnissen und Eindrücken als Migranten in Deutschland. Zugleich lesen sie auszugsweise aus Heinrich Heines „Wintermärchen“. Darin schildert Heine – auch heute noch aktuell - seine Gefühle und Eindrücke, als er nach Deutschland zurückkehrt, nach 13-jährigem Exil in Frankreich.

Der eindringliche Vortrag macht einerseits nachdenklich und betroffen, stimmt aber auch optimistisch angesichts der letztlich doch gelungenen Integration der Jugendlichen. Die Jury war sich daher einig: Ein stimmungsvoller, runder, authentischer Beitrag mit einer wichtigen politischen Botschaft.


Laudator Delroy Rennals ("Mr. President")
Preisträger: Schüler/in & Lehrer/Projektbetreuer der Carl-Friedrich-Gauß-Hauptschule in Zeven

 

 

Begründung der Jury für „Balladen“:

 

Wer beschäftigt sich als Siebtklässler schon gern mit Gedichten wie „Erlkönig“, „Zauberlehrling“ oder – wirklich düster – mit der Ballade „Oh schaurig ist’s übers Moor zu gehen“? Die Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse des Gymnasiums Lohne fanden einen höchst originellen, kreativen und „zeitgemäßen“ Zugang zur klassischen deutschen Literatur. Sie vertonten die Balladen in Rap-Manier, verbanden so traditionelle und moderne Elemente miteinander und präsentierten das Ganze in einer Sendung im Internetradio. Im zweiten Teil dieser Sendung näherten sich dann die Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse dem sozialkritischen Gedicht „Die Weber“ von Heinrich Heine, indem sie es ebenfalls sozusagen „entstaubten“. Sie unterlegten den perfekt vorgetragenen Text mit den dramatischen Klängen aus dem Film „Herr der Ringe“, wodurch der Inhalt dieses Klassikers intensiv transportiert wurde. Die gesamte Sendung, so befand die Jury, wirkt dabei fröhlich und positiv, enthält gute Stimmen und viele innovative Elemente. Alle Mitwirkenden verdienen daher zu Recht einen Preis beim Niedersächsischen Hörfunkpreis.

 

Thorsten Wingenfelder (Laudator)
Preisträger: Schüler/innen vom Gymnasium Lohne und Lehrer Peter Krebs